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Artikel aus der Bauwirtschaft

Pressemitteilungen von Herstellern

Ein guter Radladerfahrer ist zunächst noch kein guter Teleskop-Maschinenfahrer

Teleskopmaschinenfahrer müssen die trainierte Fähigkeit besitzen, mit supergelenkigen Ausrüstungen der Höhenzugangstechnik umzugehen und aus ihnen zu arbeiten.

Ein guter Radladerfahrer ist zunächst noch kein guter Teleskop-MaschinenfahrerHinter dem Begriff „Teleskopmaschine“ steht bei Merlo stets ein umfangreiches Baumaschinensystem für eine Vielzahl von Bauprozessen. Darin sind das Graben, Transportieren, Aufhalden, Verladen und Verfüllen nur einige der zum Beispiel mit der Ladeschaufel möglichen Verrichtungen. Das in einigen Maschinennamen enthaltene „Stapeln“ spielt dagegen eine untergeordnete Rolle, was jedoch nicht bedeutet, dass die „Zweizinkengabel“ als Lastaufnahmeeinrichtung nicht zum Be- oder Entladen und zum Bereitstellen bestimmter Baustoff- und –Materialgebinde sowie zum Beschicken von Arbeitsstellen größte Bedeutung besitzt, aber eben nicht zum bloßen Stapeln.
Mittlerweile ist der Fächer der allein von Merlo in Verbindung mit Tre Emme für „System Teleskopmaschine“ entwickelten und produzierten Wechselausrüstungen so umfangreich, dass es längst nicht mehr genügt, wenn der Maschinenfahrer lediglich die ihm aus der früheren Arbeit mit dem klassischen Radlader bekannten beherrscht. Das „System Teleskopmaschine“ bedingt zur wirtschaftlich und qualitativ optimalen Nutzung sowohl in der Bedienung der Ba-sismaschine als auch bezüglich Auswahl der jeweils benötigten Ausrüstung und Bedienung der damit versehenen Maschine wesentlich mehr Kenntnisse!
Merlo-Teleskopmaschinen verfügen zunächst über drei unterschiedliche mit Fingerhebeln schaltbare Lenkvarianten und damit zwei Varianten mehr, als die Radlader mit klassischer Knicklenkung. Hinzu kommt noch, dass die meisten Merlo-Teleskopmaschinen semistarre Rahmen besitzen und damit zunächst die Möglichkeit haben, das Hinterteil des Rahmens, den in diesem gelagerten Teleskophubarm und damit auch die an dessen Kopf befestigten Arbeitsausrüstungen mit oder ohne Last in bestimmten Maßen nach beiden Seiten zu verschwenken. Außerdem besitzen Teleskopmaschinen mit Hubarmlängen von mehr als 10 m auch noch zwei unabhängig ansteuerbare Bugstützpratzen, die nicht nur zur Kippsicherung der Maschinen, sondern auch zu deren Quernivellierung eingesetzt werden können, wenn die bei Merlo-Teleskopmaschinen mit semistarren Maschinenrahmen maximal möglichen Maße zum vollkommenen Querneigungsausgleich nicht ausreichen.
Eine von Radladerfahrern kaum geübte Besonderheit ist der sichere Umgang mit den zahlenmäßig ständig wachsenden ROTO-Teleskopmaschinen, wo es zunächst auf das sichere Positionieren der Maschine ankommt.
Der Maschinenfahrer muss also nicht nur die sichere und effektvolle Bedienung dieser Ausstattungen der Basismaschinen beherrschen, sondern auch ihren funktional richtigen Einsatz auf der Baustelle zur Erzielung optimaler Bauleistungen kennen!
Der „dickste Brocken“ in der speziellen Qualifizierung von Teleskopmaschinenfahrern ist aber der Erwerb von Kenntnissen zur Auswahl und zum praktischen Einsatz der baustellenspezifisch sowie funktional und kapazitiv auf den anstehenden Bauprozess richtig abgestimmten Arbeitsausrüstung. Das klingt zwar zunächst recht „heftig“, vereinfacht sich aber in der Regel dadurch, dass die meisten Teleskopmaschinen zunächst nur mit zwei Standard- und einer Spezialausrüstung angeschafft und erst nach und nach, gemäß den gewachsenen praktischen Erfahrungen, weitere Spezialausrüstungen gekauft werden.
Gerade in diesem Qualifizierungspunkt spielen die praktische Anschauung und die fachmännische Unterweisung eine große Rolle. Lassen sich die Informationen über den Aufbau und die rein mechanische Funktion einer Arbeitsausrüstung aus den entsprechenden Betriebsanleitungen entnehmen und der manuelle Umgang danach üben, ist es stets von Vorteil, die Interaktionen zwischen Ausrüstung, vorgegebener Bauaufgabe und Teleskopmaschinenfahrer im Einsatz zu beobachten. Es ist schließlich ein großer Unterschied, ob mit einer Kehrmaschine in engen Räumen, mit einer Hubarbeitsbühne an einer Hausfassade, mit einem Space-System unterhalb einer Brücke gearbeitet, bzw. mit der Seitenkippschaufel ein Graben verfüllt oder mit der Zweizinkengabel palettiertes Baumaterial zu einem Arbeitsplatz gebracht werden muss.
In der Merlo-Organisation ist es üblich, dass jede Teleskopmaschine dem späteren Besitzer mit einer umfassenden Unterweisung des zukünftigen Maschinenführers übergeben wird, in der natürlich neben dem Aufbau und der sicheren Maschinenbedienung vor allem die Instandhaltung des „Systems“ der wesentliche Schwerpunkt ist. Und dieses Verfahren wird auch beim Kauf jeder Arbeitsausrüstung praktiziert!

geschrieben von Prof. Dipl.-Ing. Gernot Kotte am 11.07.2011 um 11:45 Uhr.


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